Triebwerksraum beim Aufzug: Anforderungen, Normen und Alternativen

Christoph Derwanz

Geschäftsführer

Inhalt

Der Triebwerksraum eines Aufzugs beherbergt Antrieb, Steuerung und weitere technische Kernkomponenten der Anlage. Er liegt je nach Bauart über, neben oder unter dem Schacht und unterliegt festen baulichen und sicherheitstechnischen Vorgaben zu Zugang, Lüftung, Temperatur und Beschilderung. Bei neu geplanten Anlagen kann der Triebwerksraum entfallen, da maschinenraumlose Konstruktionen inzwischen weniger Platz beanspruchen.

Triebwerksraum Aufzug: Das Wichtigste in Kürze

  • Der Triebwerksraum beherbergt Antrieb, Steuerung und weitere technische Komponenten des Aufzugs und liegt je nach Bauart über, neben oder unter dem Schacht.
  • Die Raum- und Zugangsanforderungen (Höhe, Beleuchtung, Temperatur) legt DIN EN 81-20 fest. DIN EN 81-50 regelt dagegen Konstruktionsregeln, Berechnungen und Prüfungen einzelner Aufzugskomponenten. TRBS 3121 und Betriebssicherheitsverordnung konkretisieren ergänzend die Betreiberpflichten, etwa zu Zugang, Gefährdungsbeurteilung und Betrieb.
  • Der Zutritt zum Triebwerksraum ist nur befugten Personen erlaubt. Die Zugangstür muss sich von innen auch im verriegelten Zustand ohne Schlüssel öffnen lassen und eindeutig beschildert sein. Welche Brandschutzanforderungen für die Tür gelten, richtet sich nach den Vorgaben für das jeweilige Gebäude.
  • Bei maschinenraumlosen Aufzügen integriert GüDe Aufzugtechnik Antrieb und Steuerung direkt in den Schacht und schafft dadurch mehr nutzbare Fläche im Gebäude.

Was ist ein Triebwerksraum beim Aufzug?

Ein Triebwerksraum ist der bauliche Bereich eines Aufzugs, der Antrieb, Steuerung, Seilscheibe oder Hydraulikaggregat sowie weitere technische Komponenten der Anlage aufnimmt. Er ist über eine eigene Tür zugänglich und von den übrigen Gebäudebereichen baulich getrennt.

Wo befindet sich der Triebwerksraum eines Aufzugs?

Bei Seilaufzügen sitzt der Triebwerksraum in der Regel über dem Schacht, seltener seitlich daneben. Bei Hydraulikaufzügen befindet sich der Raum neben oder unter dem Schacht, da das Hydraulikaggregat keinen Platz oberhalb der Kabine benötigt.

Welche Lage sich für den Triebwerksraum eines Aufzuges eignet, hängt immer vom Gebäudegrundriss sowie der Aufzugsart und der vorgesehenen Förderhöhe ab.

Welche Anforderungen gelten für den Triebwerksraum eines Aufzugs?

Für den Triebwerksraum eines Aufzugs gelten bauliche und sicherheitstechnische Anforderungen nach den Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) und DIN. Diese beinhalten Regeln zur Aufzugsmaschinenraum-Lüftung, Zugangsregelung, Betrieb der Anlage und den Schutz des Wartungspersonals.

Bereich Anforderung
Höhe mindestens 2,10 m über Arbeitsflächen, mindestens 1,80 m in Gehbereichen
Tür den für das Gebäude geltenden Brandschutzanforderungen entsprechend, nach außen aufschlagend, mit schlüsselbetätigtem Schloss; von innen auch im verriegelten Zustand ohne Schlüssel zu öffnen
Beleuchtung mindestens 50 Lux am Boden, in Arbeitsbereichen (z. B. an Antrieb und Steuerung) mindestens 200 Lux
Temperatur zwischen +5 °C und +40 °C
Lüftung ausreichende Be- und Entlüftung zur Wärmeableitung der Technik
Zugang nur für befugte Personen, mit Beschilderung
Aufzugsfremde Einrichtungen grundsätzlich nicht zulässig; bestimmte Einrichtungen, etwa zur Klimatisierung sowie geeignete Branderkennungs- oder Löschanlagen, sind ausgenommen

Welche Normen und Vorschriften gelten?

Für Neuanlagen gelten die europäischen Normen DIN EN 81-20 und EN 81-50 sowie die Technische Regel für Betriebssicherheit TRBS 3121 und die Betriebssicherheitsverordnung¹. Ergänzend greift die jeweilige Landesbauordnung für bauliche Details wie Rettungswege und Türbreiten. Ältere Quellen zitieren teils noch die TRA 200 bzw. TRA 1300 aus den 1990er-Jahren. Diese wurden 2011 mit der europäischen Harmonisierung ersatzlos aufgehoben; heute gelten für Neuplanungen EN 81-20/-50 und die TRBS 3121.

Was gilt beim Brandschutz im Triebwerksraum?

Welche Brandschutzanforderungen für die Tür zum Triebwerksraum gelten, richtet sich nach den Vorgaben für das jeweilige Gebäude, etwa der Landesbauordnung, der Gebäudeklasse und dem Brandschutzkonzept. Auch Kabel- und Lüftungsdurchführungen müssen die jeweils geltenden brandschutztechnischen Anforderungen erfüllen.

Welche Pflichten hat der Betreiber beim Zugang zum Triebwerksraum?

Der Betreiber eines Aufzugs muss den Zugang zum Triebwerksraum auf befugte Personen beschränken, die Tür entsprechend kennzeichnen und den Schlüssel gesichert verwahren.

Zutritt, Beschilderung und Schlüsselverwahrung

Ein Schild mit der Aufschrift „AUFZUGS-TRIEBWERKSRAUM – GEFAHR, ZUTRITT FÜR UNBEFUGTE UNTERSAGT“ bleibt dauerhaft an der Tür angebracht, die selbst verschlossen bleibt. Die Zugangstür besitzt ein schlüsselbetätigtes Schloss und muss sich von innen auch im verriegelten Zustand ohne Schlüssel öffnen lassen. Für den Zugang eignet sich ein gesicherter Schlüsseltresor am Gebäude, sodass Wartungspersonal und Rettungskräfte im Bedarfsfall schnell hineingelangen.

Was sind typische Mängel bei der TÜV-Prüfung?

Bei Prüfungen können im Triebwerksraum beispielsweise fehlende oder falsch angebrachte Beschilderungen, blockierte Lüftungsöffnungen oder unzulässige Gegenstände und Einrichtungen auffallen. GüDe Aufzugtechnik kontrolliert den Zustand des Triebwerksraums im Rahmen der regelmäßigen Aufzugswartung kann festgestellte Mängel vor dem nächsten Prüftermin beheben.

Aufzug mit oder ohne Triebwerksraum: Was passt besser?

Ob sich ein Aufzug mit oder ohne Triebwerksraum eignet und möglich ist, wird im Einzelfall bewertet und entschieden. Wichtige Indikatoren sind der Platz im Gebäude sowie die vorgesehene Nutzung und angestrebte Förderhöhe. Maschinenraumlose Konstruktionen integrieren Antrieb und Steuerung direkt in den Schacht und sind im Wohnhausbau inzwischen eine verbreitete Aufzugskonstruktion.

Kriterium Mit Triebwerksraum Ohne Triebwerksraum (maschinenraumlos)
Platzbedarf zusätzlicher Raum im Gebäude nötig kein separater Raum nötig
Wartungszugang über eigene Tür, unabhängig vom Schacht über Schachtkopf oder Kabinendach
Einsatzbereich häufig bei Hydraulikaufzügen und großen Förderhöhen Standard bei Seilaufzügen im Wohnhausbau
Modernisierung Bestandsraum bleibt erhalten oder wird umgenutzt Umrüstung meist mit baulichem Aufwand verbunden

Wann eignet sich ein maschinenraumloser Aufzug?

Wenn Sie einen Aufzug ohne Maschinenraum planen, kommt in der Regel eine Seilaufzug-Konstruktion mit integriertem Antrieb im Schacht in Frage. Diese Bauweise eignet sich vor allem für Wohngebäude mit begrenzter Fläche und mittleren Förderhöhen. Klassische Hydraulikaufzüge besitzen häufig einen separaten Triebwerksraum für ihr Aggregat. Daneben gibt es maschinenraumlose Ausführungen, bei denen Aggregat und Steuerung im Schacht oder in kompakten Einbauräumen untergebracht sind.

Ihr Triebwerksraum, sicher geplant mit GüDe Aufzugtechnik

Der Triebwerksraum bleibt für viele Bestandsanlagen relevant, auch wenn maschinenraumlose Konstruktionen im Neubau inzwischen häufiger vorkommen. Bei einer Modernisierung kann der Raum frei werden und anderweitig genutzt werden. GüDe Aufzugtechnik unterstützt Sie bei dieser Einschätzung sowie der Modernisierung und dauerhaften Wartung der Anlage.

Ihre Vorteile mit GüDe Aufzugtechnik:

  • Sie erhalten eine Einschätzung, ob Ihr Triebwerksraum die aktuellen Anforderungen noch erfüllt.
  • Sie erfahren, ob sich eine maschinenraumlose Umrüstung für Ihr Gebäude eignet.
  • Sie sichern sich einen festen Ansprechpartner für Wartung, Reparatur und TÜV-Begleitung.
  • Sie profitieren von über 30 Jahren Erfahrung im Aufzugbau aus der Region Osnabrück.

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Triebwerksraum Aufzug – Häufige Fragen & Antworten

Ist ein Triebwerksraum bei jedem Aufzug vorgeschrieben?

Nein, ein Triebwerksraum ist nicht für jede Aufzugsart vorgeschrieben. Viele Seilaufzüge werden inzwischen maschinenraumlos gebaut. Bestimmte Hydraulikaufzüge und Anlagen mit hoher Förderhöhe benötigen weiterhin einen eigenen Raum.

Wer darf den Triebwerksraum betreten?

Nur befugte Personen wie Aufzugsfachkräfte und Wartungspersonal dürfen den Triebwerksraum betreten. Der Zutritt für Dritte ist aus Sicherheitsgründen untersagt und durch eine entsprechende Beschilderung an der Tür kenntlich gemacht.

Wie oft muss der Triebwerksraum geprüft werden?

Die Betriebssicherheitsverordnung schreibt die Prüfung der gesamten Aufzugsanlage vor, nicht des Triebwerksraums in einem eigenständigen Intervall. Die Prüffrist für die wiederkehrende Hauptprüfung darf zwei Jahre nicht überschreiten. In der Mitte des Prüfzeitraums zwischen zwei Hauptprüfungen erfolgt zusätzlich eine Zwischenprüfung. GüDe Aufzugtechnik begleitet Sie bei der Terminplanung und behebt festgestellte Mängel im Rahmen der Wartung.

Kann ein bestehender Triebwerksraum nachträglich anders genutzt werden?

Ja, nach einer maschinenraumlosen Umrüstung lässt sich der freiwerdende Raum für Lagerflächen oder Haustechnik nutzen.

Welche Rolle spielt die Lüftung im Triebwerksraum?

Die Lüftung führt die Wärme ab, die Antrieb und Steuerung im Betrieb erzeugen, und schützt die Technik vor einer zu hohen Wärmebelastung. Eine blockierte oder unzureichende Lüftung kann den sicheren Betrieb der technischen Komponenten beeinträchtigen.

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