Eine veraltete Steuerung ist häufig der Grund für ungenaues Anfahren, lange Wartezeiten oder Störungen im Aufzugsbetrieb. Wer ein solches System ersetzen oder planen möchte, steht vor vielen Fragen: Welche Steuerungstypen gibt es? Welche Systeme sind heute noch zulässig? Und worauf kommt es bei Sicherheit, Barrierefreiheit und Nachrüstung wirklich an?
Dieser Beitrag gibt einen klaren Überblick: von den technischen Grundlagen über gesetzliche Vorgaben bis zu praxisnahen Empfehlungen für Planung, Austausch und Betrieb.
Wie funktioniert eine Aufzugssteuerung?
Die Aufzugssteuerung ist das Herzstück jeder Aufzugsanlage. Sie steuert alle Bewegungen der Kabine und sorgt dafür, dass Fahrten sicher, geordnet und möglichst ohne Wartezeiten ablaufen. Die Steuerung sammelt Informationen von Tastern, Sensoren und Sicherheitskomponenten, verarbeitet diese und gibt Befehle an Motoren, Türen und Anzeigen weiter. Ziel ist es, die Kabine zur gewünschten Etage zu bringen und dabei alle Rufe logisch zu verarbeiten.
Im Regelbetrieb läuft das Zusammenspiel mehrerer Teilbereiche ab:
- Etagenrufe: Wenn jemand auf einer Etage einen Knopf drückt, erkennt die Steuerung, an welcher Stelle der nächste Halt nötig ist.
- Kabinenrufe: Auch Ziele, die in der Kabine eingegeben werden, fließen in die Planung ein.
- Fahrwegberechnung: Die Steuerung kombiniert die aktiven Rufe, prüft die Fahrtrichtung und berechnet den optimalen Weg.
- Türsteuerung: Beim Halt sendet die Steuerung Signale, um die Türen zu öffnen und zu schließen, natürlich erst, wenn alle Sicherheitsvorgaben erfüllt sind.
- Überwachung: Sensoren geben Rückmeldung über die aktuelle Position, Geschwindigkeit und Türzustände.
Welche Arten von Aufzugssteuerungen gibt es?
Es gibt verschiedene Steuerungstypen, die sich nach Funktionsweise und Einsatzbereich unterscheiden. Welche Steuerung geeignet ist, hängt vom Gebäudetyp, der Nutzung und der gewünschten Förderleistung ab. Die Wahl der richtigen Steuerung kann Wartezeiten verkürzen und den gesamten Ablauf verbessern.
| Steuerungstyp | Funktion | Geeignet für |
| Druckknopfsteuerung | Verarbeitet immer nur einen Befehl | Kleine Wohnhäuser, Lager |
| Einknopf-Sammelsteuerung | Rufe werden in einer Richtung gesammelt | Wohnhäuser, kleinere Büros |
| Zweiknopf-Sammelsteuerung | Richtung und Ziel separat steuerbar | Krankenhäuser, Verwaltungsgebäude |
| Zielrufsteuerung | Zielangabe vor Fahrt | Hochhäuser, Aufzugsgruppen |
Druckknopfsteuerung (auch Direktsteuerung genannt)
Diese Steuerung verarbeitet immer nur einen Ruf. Neue Rufe werden erst berücksichtigt, wenn die aktuelle Fahrt abgeschlossen ist. Sie ist einfach aufgebaut und eignet sich für:
- kleine Wohnhäuser
- Lastenaufzüge ohne Personenverkehr
Vorteil: Technisch unkompliziert
Nachteil: Längere Wartezeiten, keine Sammelfunktion
Sammelsteuerung (dynamische Aufzugssteuerung)
Hier speichert die Steuerung mehrere Rufe und arbeitet diese nacheinander in einer Richtung ab. Erst wenn alle Ziele in eine Richtung bedient sind, wechselt die Steuerung die Richtung.
Einsatzbereiche:
- Wohn- und Geschäftshäuser
- Verwaltungsgebäude
- Krankenhäuser
Varianten:
- Einknopf-Sammelsteuerung: Nur ein Richtungsknopf pro Etage, einfache Bedienung
- Zweiknopf-Sammelsteuerung: Für Aufzugsgruppen, bei stärkerem Verkehrsaufkommen
Zielrufsteuerung
Bei dieser Variante gibt man das Ziel bereits vor dem Betreten der Kabine meist an einem Bedienfeld auf der Etage ein. Die Steuerung weist dann eine Kabine zu, die dieses Ziel am schnellsten erreicht.
Einsatzbereiche:
- Hochhäuser mit hohem Personenaufkommen
- Bürogebäude mit Zugangskontrolle
- Mehrkabinenanlagen
Vorteil: Deutlich geringere Wartezeiten
Nachteil: Höherer technischer Aufwand
Sie möchten prüfen, welche Steuerung für Ihre Anlage am besten passt? Das Expertenteam von GüDe Aufzugtechnik hilft Ihnen auch bei laufendem Betrieb bei der Auswahl und dem Austausch.
Worauf kommt es bei Auswahl und Austausch der Steuerung an?
Bei der Auswahl oder dem Austausch einer Aufzugssteuerung sind vor allem die Kompatibilität mit vorhandenen Komponenten und die langfristige Wirtschaftlichkeit zu beachten. Ein Austausch lohnt sich oft dann, wenn die Steuerung regelmäßig Probleme verursacht, Ersatzteile kaum noch erhältlich sind oder neue Funktionen benötigt werden.
Bei Neubauten ist die Auswahl vergleichsweise offen. Hier lässt sich eine Steuerung direkt passend zum Gebäude und den Wünschen der Nutzer auswählen, etwa für barrierefreie Zugänge oder hohes Fahrgastaufkommen.
In Bestandsanlagen ist das komplexer: Alte Steuerungen sind oft nicht mehr mit aktuellen Sicherheitsfunktionen oder Bedienelementen kombinierbar. Es muss geprüft werden, welche Komponenten erhalten bleiben können und wie sich neue Technik sinnvoll integrieren lässt.
Ein Austausch der Steuerung bietet die Chance, den Aufzug deutlich zuverlässiger, sicherer und wirtschaftlicher zu machen. Viele neue Steuerungen reduzieren den Energieverbrauch, fahren präziser an und erleichtern die Aufzugswartung.
Darauf sollten Betreiber achten:
- Kompatibilität prüfen: Passt die neue Steuerung zu Aufzugstüren, Tableaus und Antrieb?
- Ersatzteile verfügbar halten: Verlässliche Versorgung sichert den langfristigen Betrieb.
- Wartung vereinfachen: Neue Systeme ermöglichen Fernwartung und Fehleranalyse.
- Normen einhalten: Die neue Steuerung muss der Betriebssicherheitsverordnung entsprechen.
- Energie und Kosten sparen: Neue Steuerungen arbeiten sparsamer und reduzieren Ausfallzeiten.

Moderne Steuerungssysteme: Technik, Normen und smarte Funktionen
Moderne Aufzugssteuerungen steuern, überwachen und schützen die gesamte Anlage. Dabei erfüllen sie aktuelle Sicherheitsvorgaben und lassen sich vernetzen. Im Kern arbeiten diese Systeme mit Mikroprozessoren. Diese Technik ermöglicht genaue Steuerungsvorgänge, kurze Reaktionszeiten und hohe Zuverlässigkeit. Über Bussysteme lassen sich zahlreiche Komponenten wie Türantriebe, Positionssensoren oder Notrufeinheiten anschließen und austauschen.
Wichtige Funktionen moderner Steuerungen:
- Sicherheitsfunktionen nach EN 81: z. B. Türüberwachung, Notstromregelung, Aufzugssteuerung im Brandfall
- Energieeinsparung: automatische Abschaltung von Licht und Anzeigeelementen bei Nichtgebrauch
- Zugangskontrolle: per Karte, Zahlencode oder Fernfreigabe
- Fernwartung: Fehlerdiagnose und Wartungsprotokolle in Echtzeit
- Zielrufsteuerung: Optimierung des Verkehrsflusses bei mehreren Aufzügen
Typische Fehlerquellen, Kosten und Empfehlungen aus der Praxis
Eine Aufzugssteuerung ist das Herzstück jeder Anlage. Doch gerade hier treten immer wieder Fehler auf, die zu Störungen oder Ausfällen führen. Die Ursachen sind vielfältig: veraltete Steuerungssysteme, fehlerhafte Verdrahtungen oder verschlissene Kontakte. Auch unsaubere Einbauten oder ungenaue Einstellungen können die Funktion der Anlage beeinträchtigen. In der Praxis zeigt sich: Je älter die Steuerung, desto anfälliger wird sie für Störungen und desto schwieriger wird die Ersatzteilbeschaffung.
Häufige Fehlerquellen bei Aufzugssteuerungen
Bestimmte Fehlerquellen lassen sich immer wieder beobachten, die den reibungslosen Betrieb der Aufzugssteuerung gefährden. Viele davon lassen sich mit frühzeitiger Planung und fachgerechter Ausführung vermeiden.
- Alter der Steuerung: Komponenten verschleißen mit der Zeit und reagieren empfindlich auf Temperaturschwankungen oder Feuchtigkeit.
- Fehlende Normanpassung: Steuerungen, die nicht mehr den aktuellen Vorgaben der Betriebssicherheitsverordnung entsprechen, erhöhen das Sicherheitsrisiko.
- Kompatibilitätsprobleme: Neue Bauteile funktionieren nicht immer reibungslos mit alten Steuerungseinheiten.
- Unklare Zuständigkeiten: Bei Umbauten oder Erweiterungen fehlt oft die einheitliche Abstimmung aller beteiligten Gewerke.
Aufzugssteuerung: Kosten im Überblick
Die Preise hängen stark vom Gebäudetyp, der Anzahl der Haltestellen und der gewählten Steuerungsart ab. Grobe Richtwerte:
| Maßnahme | Preisrahmen |
| Austausch einzelner Module | ab 2.000 Euro |
| Steuerung mit Frequenzregelung | 5.000 bis 12.000 Euro |
| Komplettumrüstung | ab 10.000 Euro |
Empfehlungen für Betreiber und Planer
Eine durchdachte Planung spart langfristig Kosten und minimiert das Risiko von Fehlentscheidungen. Diese Empfehlungen helfen Betreibern und Planern dabei, die passende Aufzugssteuerung zu finden:
- Frühzeitig planen: Kalkulieren Sie bei der Anlagenplanung bereits Optionen für spätere Erweiterungen mit ein.
- Auf Austauschbarkeit achten: Steuerungen sollten auch bei Fremdfabrikaten mit gängigen Komponenten kompatibel sein.
- Gespräche gut vorbereiten: Klären Sie im Vorfeld, welche Fahrprofile, Sicherheitsfunktionen oder Zugangsbeschränkungen Sie benötigen.
- Vertrauen Sie auf erfahrene Fachfirmen: Ein verlässlicher Partner hilft, unnötige Kosten und spätere Umrüstungen zu vermeiden.
Mit GüDe die Aufzugssteuerung als Herzstück Ihrer Anlage sicher planen
Eine gut geplante Steuerung verbessert Fahrgefühl und Sicherheit und senkt die Betriebskosten. Wer hier vorausschauend investiert, spart sich spätere Ärgernisse. Steuerungssysteme müssen dabei sowohl zuverlässig als auch anpassbar sein, etwa für steigende Nutzerzahlen, Barrierefreiheitsrichtlinien oder neue Sicherheitsvorgaben.
Bei GüDe setzen wir auf geprüfte Steuerungstechnik. Damit sichern Sie die langfristige Funktion Ihrer Anlage. Ihre Vorteile bei einer Modernisierung mit GüDe:
- Bessere Fahrqualität: Durch exakte Bündigstellung und sanften Antrieb.
- Höhere Sicherheit: Dank aktueller Normen, Notrufsystemen und intelligenter Steuerung.
- Reduzierte Betriebskosten: Durch weniger Ausfälle und geringeren Wartungsaufwand.
Unsere Experten entwickeln gemeinsam mit Ihnen die optimale Aufzugssteuerung für Ihre Klinik, Ihr Bürohaus oder Ihre Wohnanlage.
Aufzugssteuerung – Häufige Fragen und Antworten
Wie erkenne ich, ob meine Aufzugssteuerung veraltet ist?
Veraltete Steuerungen machen sich oft durch häufige Stillstände oder lange Wartezeiten bemerkbar. Auch fehlende Ersatzteile und nicht mehr erfüllte Sicherheitsnormen wie die Betriebssicherheitsverordnung sind deutliche Hinweise.
Was unterscheidet eine Zielrufsteuerung von einer Sammelsteuerung?
Bei der Zielrufsteuerung geben Fahrgäste ihr gewünschtes Ziel bereits vor dem Einsteigen ein, woraufhin die Steuerung die beste Kabine zuteilt. Sammelsteuerungen hingegen sammeln alle Rufe in eine Fahrtrichtung und arbeiten sie der Reihe nach ab. Eine Zielrufsteuerung reduziert dadurch deutlich die Wartezeiten in stark frequentierten Gebäuden.
Kann ich eine neue Steuerung in meinen bestehenden Aufzug einbauen lassen?
Ja, eine Nachrüstung ist selbst bei älteren Anlagen in den meisten Fällen möglich. Wichtig ist, dass die neue Steuerung zu vorhandenen Bauteilen wie Türen, Antrieb oder Kabinentableau passt.
Welche Normen muss eine Aufzugssteuerung erfüllen?
Wichtige Vorgaben sind die Normen der EN 81-Reihe, die unter anderem Vorgaben zur Sicherheit, Zugänglichkeit und Energieverbrauch regeln. Zusätzlich sind je nach Anlage auch Vorgaben der Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) und der Betriebssicherheitsverordnung zu beachten.
Was kostet eine Aufzugssteuerung in der Regel?
Einzelne Steuerungsmodule beginnen bei rund 2.000 Euro, wohingegen komplette Systeme mit Frequenzregelung zwischen 5.000 und 12.000 Euro kosten können. Bei einer umfangreichen Umrüstung der gesamten Steuerung ist mit einem Startpreis ab etwa 10.000 Euro zu rechnen.
