Stromverbrauch beim Aufzug: Verbrauch und Kosten im Überblick

Christoph Derwanz

Geschäftsführer

Eine Nahaufnahme eines Stromzählers
Inhalt

Der Stromverbrauch eines Aufzugs hängt vor allem von der Aufzugsart und seiner Nutzung ab. Bei kleineren bis mittleren Wohngebäuden liegen gemessene Richtwerte häufig zwischen rund 900 und 3.600 kWh pro Jahr. In stärker genutzten Gebäuden kann der Verbrauch deutlich höher ausfallen.

Stromverbrauch Aufzug: Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Aufzügen in kleineren Wohngebäuden wurden Jahresverbräuche von rund 900 bis 1.800 kWh gemessen. Bei mittlerer Nutzung lag die gemessene Spanne bei rund 1.400 bis 3.600 kWh.
  • Der Stromverbrauch eines Aufzugs entsteht während der Fahrt und im Stillstand. Bei wenig genutzten Anlagen kann der Stillstandsbedarf einen großen Anteil am Jahresverbrauch ausmachen.
  • Für die Stromkosten zählt der tatsächliche Jahresverbrauch. Bei 1.500 kWh und einem beispielhaften Strompreis von 0,35 Euro je kWh entstehen rund 525 Euro pro Jahr.
  • GüDe Aufzugtechnik prüft Bestandsaufzüge und bewertet, ob vorhandene Technik einen unnötig hohen Energiebedarf verursacht und welche Erneuerung zur Anlage passt.

Wie viel Strom verbraucht ein Aufzug im Jahr?

Der Stromverbrauch eines Aufzugs liegt je nach Gebäudenutzung in sehr unterschiedlichen Bereichen. Eine Untersuchung zum Energiebedarf von Personenaufzügen zeigt für kleinere Wohngebäude einen gemessenen Median von rund 1.300 kWh pro Jahr. Für Wohngebäude mit mittlerer Nutzung lag der Median bei rund 1.900 kWh.

Bei stark genutzten Wohngebäuden steigt der Wert deutlich. Dort lag der gemessene Median bei knapp 6.000 kWh pro Jahr.

Die folgenden Werte eignen sich als Orientierung:

Gebäudenutzung Gemessene Spanne Median
kleinere Wohngebäude mit bis zu 20 Wohnungen ca. 900 bis 1.800 kWh ca. 1.300 kWh
Wohngebäude mit bis zu 50 Wohnungen ca. 1.400 bis 3.600 kWh ca. 1.900 kWh
stark genutzte Wohngebäude mit mehr als 50 Wohnungen ca. 3.400 bis 9.500 kWh ca. 6.000 kWh

Die Spannbreite zeigt, warum ein einzelner Durchschnittswert für Aufzüge wenig aussagekräftig ist. Ein Mehrfamilienhaus mit wenigen täglichen Fahrten hat einen anderen Energiebedarf als eine große Wohnanlage mit regelmäßiger Nutzung über viele Etagen.

Auch innerhalb derselben Gebäudekategorie unterscheiden sich die Werte. Für Eigentümer ist deshalb der tatsächliche Jahresverbrauch der eigenen Anlage entscheidend.

Wie viel kostet der Strom eines Aufzugs pro Jahr?

Die Stromkosten ergeben sich aus dem Jahresverbrauch und dem Strompreis Ihres Gebäudes.

Jahresverbrauch in kWh × Strompreis je kWh = Stromkosten pro Jahr

Mit einem beispielhaften Strompreis von 0,35 Euro je kWh ergibt sich folgende Orientierung:

Jahresverbrauch Stromkosten pro Jahr
1.000 kWh 350 Euro
1.500 kWh 525 Euro
2.000 kWh 700 Euro
4.000 kWh 1.400 Euro
6.000 kWh 2.100 Euro

Wie ergibt sich der Stromverbrauch eines Aufzugs im Mehrfamilienhaus?

Im Mehrfamilienhaus setzt sich der Jahresverbrauch aus dem Strombedarf während der Fahrten und dem Bedarf in der Bereitschaftszeit zusammen. Mit mehr Wohnungen entstehen meist auch mehr Fahrten. Eine größere Förderhöhe erhöht zusätzlich den Energiebedarf je Fahrt.

Bei kleineren Häusern fällt die Stillstandsleistung stärker ins Gewicht. Der Aufzug wartet dort einen großen Teil des Tages auf den nächsten Ruf, während die für die Betriebsbereitschaft erforderliche Technik weiter Strom benötigt.

Vier Werte helfen bei der Einordnung:

Angabe Einfluss auf den Stromverbrauch
Fahrtenzahl Jede zusätzliche Fahrt benötigt Energie für den Fahrbetrieb
Förderhöhe Längere Fahrwege erhöhen den Energiebedarf einer Fahrt
Stillstandsleistung Dauerhaft aktive Technik verbraucht auch zwischen den Fahrten Strom
Antriebstechnik Die technische Ausführung beeinflusst den Bedarf während der Fahrt

Das Baujahr gibt einen ersten Hinweis auf die verbaute Technik. Für die Bewertung des tatsächlichen Verbrauchs sind jedoch Messwerte der konkreten Anlage aussagekräftiger.

Kann der Stromverbrauch des Aufzugs auf die Mieter umgelegt werden?

Der Betriebsstrom eines Personenaufzugs zählt grundsätzlich zu den umlagefähigen Betriebskosten. § 2 Nr. 7 der Betriebskostenverordnung nennt den Betriebsstrom ausdrücklich als Kosten des Aufzugsbetriebs. Voraussetzung für die Umlage auf Mieter ist eine entsprechende Betriebskostenvereinbarung im Mietvertrag.

Welcher Verteilungsmaßstab gilt, richtet sich nach dem Mietvertrag und den gesetzlichen Vorgaben. Fehlt eine abweichende Vereinbarung, sieht § 556a BGB grundsätzlich eine Verteilung nach Wohnfläche vor. Bei vermietetem Wohnungseigentum gelten zusätzliche Vorgaben für den Verteilungsmaßstab.

Der Betriebsstrom ist dabei von Kosten für Reparaturen oder eine technische Erneuerung zu trennen. Solche Ausgaben gehören nicht zum laufenden Betriebsstrom des Aufzugs.

Wo entsteht der Stromverbrauch eines Aufzugs?

Der Stromverbrauch eines Aufzugs entsteht während der Fahrt und in der Bereitschaftszeit. Diese Trennung ist auch Grundlage der VDI 4707 Blatt 1. Die Richtlinie lässt sich zur nachträglichen Bewertung der Energieeffizienz bestehender Aufzüge einsetzen.

Wie stark die beiden Bereiche ins Gewicht fallen, hängt von der Nutzung ab. In einem häufig genutzten Gebäude prägen die Fahrten den Verbrauch stärker. Bei wenigen Fahrten gewinnt die elektrische Leistung im Stillstand an Bedeutung.

Wodurch entsteht der Stromverbrauch während der Fahrt?

Während der Fahrt benötigt vor allem der Antrieb elektrische Energie. Mit jeder zusätzlichen Fahrt steigt deshalb der Fahrtbedarf. Auch längere Förderwege erhöhen den Energiebedarf, weil der Fahrkorb eine größere Strecke zurücklegt.

Die Antriebsregelung beeinflusst ebenfalls, wie der Motor arbeitet. Bei vielen Aufzügen übernimmt ein Frequenzumrichter diese Aufgabe. Er steuert die Motorleistung passend zum Fahrzustand und regelt unter anderem das Beschleunigen sowie das Abbremsen. GüDe erklärt die Funktionsweise im Beitrag zum Frequenzumrichter im Aufzug.

Für die Verbrauchsbewertung reicht die installierte Motorleistung allein deshalb kaum aus. Aussagekräftiger ist der gemessene Fahrtbedarf bei der tatsächlichen Nutzung des Gebäudes.

Warum verbraucht ein Aufzug auch im Stillstand Strom?

Ein stehender Aufzug bleibt für den nächsten Ruf betriebsbereit. Die Steuerung benötigt dafür weiterhin Energie. Abhängig von der Anlage bleiben auch Anzeigen oder Teile der Türtechnik aktiv.

Bei älteren Aufzügen kann zusätzlich die Kabinenbeleuchtung über lange Zeit eingeschaltet bleiben. Dadurch entsteht Stromverbrauch, obwohl sich der Fahrkorb während dieser Zeit nicht bewegt.

Gerade bei wenig genutzten Wohnhausaufzügen wird dieser Anteil wichtig. Die VDI 4707 berücksichtigt den Stillstandsbedarf deshalb getrennt vom Fahrtbedarf. Für einen Bestandsaufzug lässt sich durch eine Messung feststellen, wie viel Leistung die Anlage zwischen den Fahrten tatsächlich aufnimmt.

Wie lässt sich der Stromverbrauch eines Aufzugs senken?

Der Stromverbrauch lässt sich gezielt reduzieren, wenn zuerst die Ursache für einen hohen Bedarf feststeht. Eine Messung sollte deshalb zwischen Fahrbetrieb und Stillstand unterscheiden.

Die VDI 4707 kann dafür auch bei bestehenden Aufzügen genutzt werden. Sie ermöglicht eine nachträgliche Bewertung der Energieeffizienz und hilft bei der Einordnung des gemessenen Verbrauchs.

Je nach Befund ergeben sich unterschiedliche Ansatzpunkte:

Feststellung Sinnvoller Prüfschritt
hoher Verbrauch bei wenigen Fahrten Stillstandsleistung erfassen
dauerhaft eingeschaltetes Kabinenlicht Beleuchtungssteuerung prüfen
hoher Verbrauch während der Fahrt Antrieb untersuchen
Verbrauch steigt über mehrere Jahre technische Ursache ermitteln

Damit wird vermieden, dass Bauteile ohne klaren Grund erneuert werden.

Wann lohnt sich eine Modernisierung des Antriebs?

Eine Modernisierung des Antriebs kommt infrage, wenn Messwerte einen hohen Fahrtbedarf zeigen und die vorhandene Technik technisch überholt ist. Auch eine schwierige Ersatzteilversorgung kann eine Erneuerung sinnvoll machen.

Dabei muss der Aufzug als Gesamtsystem betrachtet werden. Ein neuer Antrieb reduziert den Stillstandsverbrauch der Beleuchtung beispielsweise nicht automatisch.

GüDe Aufzugtechnik prüft bei einer Aufzug Modernisierung die vorhandene Anlage und legt fest, welche Bauteile erneuert werden müssen. So lässt sich eine technische Erneuerung auf die Bereiche konzentrieren, bei denen tatsächlich Handlungsbedarf besteht.

Kann eine neue Kabinenbeleuchtung den Stromverbrauch senken?

Ja. Bei älteren Aufzügen kann eine dauerhaft aktive Kabinenbeleuchtung den Stillstandsverbrauch erhöhen. Eine bedarfsgerechte Abschaltung reduziert die Betriebsstunden der Beleuchtung.

Wie groß die Einsparung ausfällt, hängt vom vorhandenen System ab. Deshalb sollte vor einer Erneuerung geklärt werden, welchen Anteil die Beleuchtung am Gesamtverbrauch hat.

Auch eine bereits vorhandene LED Beleuchtung bedeutet nicht automatisch einen niedrigen Stillstandsbedarf. Entscheidend ist zusätzlich, wie lange sie tatsächlich eingeschaltet bleibt.

So senken Sie die Stromkosten Ihres Bestandsaufzugs

Bei kleineren und mittleren Mehrfamilienhäusern liegen gemessene Stromverbräuche häufig im Bereich von rund 900 bis 3.600 kWh pro Jahr. Die große Spannbreite entsteht durch unterschiedliche Nutzung und technische Ausführung.

Für Eigentümer ist deshalb der eigene Verbrauch wichtiger als ein pauschaler Durchschnittswert. Ein ungewöhnlich hoher Bedarf bei geringer Nutzung spricht dafür, Stillstandsleistung und vorhandene Technik genauer zu prüfen.

Ihr nächster Schritt: Lassen Sie Ihren Bestandsaufzug von GüDe Aufzugtechnik prüfen, wenn Sie einen hohen Stromverbrauch feststellen oder die Energieeffizienz einer älteren Anlage bewerten möchten. GüDe prüft die vorhandene Technik und klärt mit Ihnen, an welcher Stelle eine Erneuerung sinnvoll ist.

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Stromverbrauch Aufzug – Häufige Fragen und Antworten

Kann ein Aufzug beim Bremsen Strom zurückgewinnen?

Bei geeigneter Antriebstechnik kann Bremsenergie zurückgewonnen und in das Gebäudenetz eingespeist werden. Wie groß der Nutzen ausfällt, hängt von der Anlage und ihrer Nutzung ab. Besonders bei vielen Fahrten sollte deshalb geprüft werden, ob die vorhandene Antriebstechnik eine Rückspeisung ermöglicht.

Beeinflusst die Aufzugsgeschwindigkeit den Stromverbrauch?

Die Fahrgeschwindigkeit beeinflusst das Fahrprofil und damit den Energiebedarf des Antriebs. Für den Jahresverbrauch zählt jedoch auch, wie häufig der Aufzug fährt und wie viel Strom er zwischen den Fahrten benötigt. Eine höhere Geschwindigkeit lässt deshalb allein noch keinen Rückschluss auf den Gesamtverbrauch zu.

Lohnt sich ein eigener Stromzähler für den Aufzug?

Ein separater Stromzähler erleichtert die Kontrolle des tatsächlichen Jahresverbrauchs. Eigentümer können dadurch Verbrauchsänderungen über mehrere Jahre erkennen und auffällige Entwicklungen früher prüfen lassen. Das ist besonders hilfreich, wenn eine Modernisierung geplant oder deren Wirkung anschließend überprüft werden soll.

Kann GüDe einen auffällig hohen Stromverbrauch bei einem Bestandsaufzug prüfen?

GüDe Aufzugtechnik betreut Bestandsanlagen verschiedener Hersteller und kann die vorhandene Technik bei auffälligem Energiebedarf bewerten. Dabei lässt sich eingrenzen, ob der hohe Verbrauch beispielsweise aus der Bereitschaftszeit oder dem Antriebsbereich kommt und welche technische Maßnahme zur Anlage passt.

Übernimmt GüDe nach einer Modernisierung auch die weitere Wartung des Aufzugs?

Ja. GüDe Aufzugtechnik übernimmt die Wartung von Aufzügen verschiedener Hersteller und kann eine Anlage auch nach einer technischen Erneuerung weiter betreuen. Die Wartung wird auf Bauart und Nutzung des jeweiligen Aufzugs abgestimmt.

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