VDI 6017: Aufzüge im Brandfall richtig planen und betreiben

Christoph Derwanz

Geschäftsführer

Aufzug im brandfall nicht benutzen
Inhalt

Die VDI 6017 beschreibt, wie Aufzüge im Brandfall gesteuert werden, damit Personen den Aufzug sicher verlassen und keine zusätzlichen Risiken entstehen. Sie richtet sich an Betreiber, Planer und Verantwortliche und gibt klare Vorgaben für den Umgang mit Aufzügen nach einer Brandmeldung.

Dabei geht es nicht nur um die Technik des Aufzugs, sondern auch um das Zusammenspiel mit dem Gebäude, der Brandmeldeanlage und den Abläufen im Betrieb. Nur wenn diese Bereiche früh aufeinander abgestimmt sind, kann der Aufzug im Ernstfall wie vorgesehen reagieren.

VDI 6017 – Das Wichtigste in Kürze

  • Die VDI 6017 beschreibt, wie Aufzüge im Brandfall reagieren müssen, damit Personen den Aufzug sicher verlassen können. Der Aufzug fährt dabei automatisch in eine sichere Haltestelle und bleibt stehen.
  • Im Brandfall dürfen Aufzüge in den meisten Fällen nicht genutzt werden, da Rauch und technische Ausfälle eine Gefahr darstellen. Deshalb finden Sie in Gebäuden oft den Hinweis, den Aufzug im Brandfall nicht zu benutzen.
  • Die VDI 6017 legt fest, unter welchen Bedingungen ein Aufzug im Brandfall ausnahmsweise weiter genutzt werden kann. Voraussetzung ist eine klare Bewertung der Situation und eine abgestimmte Steuerung im Gebäude.
  • Die VDI 6017 stellt klare Pflichten für Betreiber von Aufzügen auf, etwa bei Prüfungen und Abläufen im Brandfall. GüDe Aufzugtechnik unterstützt Sie dabei und berät Sie unverbindlich.

Was regelt die VDI 6017 bei Aufzügen im Brandfall?

Die VDI 6017 legt fest, wie Aufzüge nach einer Brandmeldung reagieren müssen, damit Personen den Aufzug sicher verlassen können und keine zusätzliche Gefahr entsteht. Ziel ist eine klar geregelte Steuerung, die den Aufzug zuverlässig aus dem Gefahrenbereich führt und eine weitere Nutzung verhindert.

Grundsätzlich gilt weiterhin, dass Aufzüge im Brandfall nicht benutzt werden sollen. Der Grund liegt darin, dass sich Rauch und Feuer schnell ausbreiten können und technische Ausfälle möglich sind. Gleichzeitig zeigt die Richtlinie aber auch, unter welchen Voraussetzungen ein eingeschränkter Weiterbetrieb möglich ist, etwa wenn ein Brand als unkritisch eingestuft wird und das Gebäude darauf abgestimmt ist.

Ablauf im Brandfall Beschreibung
Brandmeldung Signal wird von der Brandmeldeanlage an den Aufzug übergeben
Reaktion Aufzug fährt automatisch ohne Zwischenhalt
Ziel Anfahren einer sicheren Haltestelle, meist im Erdgeschoss
Verhalten Türen öffnen sich, Personen steigen aus
Stillsetzung Aufzug bleibt stehen und nimmt keine neuen Fahrten an

Diese Abläufe sorgen dafür, dass sich keine Personen im Aufzug befinden und niemand in einen gefährdeten Bereich gelangt.

Darüber hinaus beschreibt die Richtlinie, wann ein Aufzug weiterhin genutzt werden kann. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen kritischen und unkritischen Brandereignissen. Während bei kritischen Situationen sofort stillgesetzt wird, kann bei klar abgegrenzten und ungefährlichen Ereignissen ein begrenzter Weiterbetrieb möglich sein. Diese Entscheidung hängt immer vom konkreten Gebäude und dessen Brandschutzkonzept ab.

Für welche Gebäude und Aufzüge ist die VDI 6017 relevant?

Die VDI 6017 gilt für Personen- und Lastenaufzüge, die im normalen Gebäudebetrieb eingesetzt werden. Sie richtet sich an Betreiber, Planer und Verantwortliche, die sicherstellen müssen, dass Aufzüge im Brandfall richtig reagieren. Ausgenommen sind spezielle Anlagen wie Evakuierungsaufzüge und Feuerwehraufzüge, da diese eigenen Regelwerken folgen.

Damit betrifft die Richtlinie einen großen Teil der Aufzüge im Alltag. Überall dort, wo Menschen regelmäßig Aufzüge nutzen, spielt das Verhalten im Brandfall eine wichtige Rolle.

Die wichtigsten Einsatzbereiche lassen sich wie folgt einordnen:

Gebäudetyp Relevanz der VDI 6017
Wohngebäude Hohe Relevanz bei mehrgeschossiger Bauweise
Büro und Verwaltung Regelmäßige Nutzung durch viele Personen
Krankenhäuser und Pflege Hoher Bedarf an klar geregelten Abläufen
Verkehrsanlagen Viele Nutzer und komplexe Gebäudestruktur
Industriegebäude Kombination aus Personen und Lastenaufzügen

Neben dem Gebäudetyp spielt auch der Zeitpunkt eine Rolle. Die Richtlinie ist sowohl für neue Gebäude als auch für bestehende Anlagen relevant. Bei Neubauten fließen die Vorgaben direkt in die Planung ein. Bei bestehenden Anlagen bietet sich die Prüfung vor allem bei Umbauten oder Modernisierungen an, da hier Anpassungen ohne großen Mehraufwand umgesetzt werden können.

Hinweis für Betreiber: Auch ältere Anlagen können durch eine angepasste Steuerung sicherer werden. Eine Prüfung lohnt sich daher unabhängig vom Baujahr.

Wie funktioniert die Aufzugssteuerung im Brandfall nach VDI 6017?

Sobald eine Brandmeldung eingeht, greift die Brandfallsteuerung automatisch in den Betrieb des Aufzugs ein. Die Brandmeldeanlage erkennt Rauch oder Feuer und übergibt ein Signal an die Aufzugssteuerung. Daraufhin fährt der Aufzug ohne Zwischenhalt in eine zuvor festgelegte sichere Haltestelle. In der Regel liegt diese im Erdgeschoss oder an einem Ausgang ins Freie. Dort öffnet sich die Tür, sodass alle Personen den Aufzug verlassen können. Anschließend bleibt die Anlage stehen und reagiert nicht mehr auf neue Fahrbefehle.

Aufzug im brandfall nicht benutzen

Die Steuerung stellt damit sicher, dass sich keine Personen im Aufzug befinden und niemand in einen gefährdeten Bereich fährt. Gleichzeitig verhindert sie, dass der Aufzug nach der Ankunft weiter genutzt wird.

Welche Arten der Brandfallsteuerung gibt es?

Je nach Gebäude und Nutzung kommen unterschiedliche Steuerungsarten zum Einsatz. Diese unterscheiden sich darin, wie flexibel sie auf Rauch oder Feuer reagieren.

  • Statische Brandfallsteuerung

Der Aufzug fährt immer zu einer fest definierten Haltestelle und bleibt dort stehen. Diese Variante ist einfach aufgebaut und wird häufig eingesetzt.

  • Erweiterte statische Steuerung

Zusätzlich zur festen Haltestelle ist eine Ausweichhaltestelle vorgesehen. Erkennt ein Melder Rauch in der Zielhaltestelle, fährt der Aufzug automatisch ein anderes, sicheres Geschoss an.

Diese Varianten erhöhen die Sicherheit, da sie das Risiko reduzieren, dass der Aufzug in einen betroffenen Bereich fährt.

Wann darf ein Aufzug im Brandfall weiterfahren?

Die VDI 6017 unterscheidet klar zwischen kritischen und unkritischen Brandereignissen. Diese Bewertung erfolgt auf Basis der Brandmeldung und der Situation im Gebäude.

Ein begrenzter Weiterbetrieb ist möglich, wenn keine direkte Gefahr für den Aufzug besteht. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Brand räumlich klar abgegrenzt ist und keine Rauchentwicklung im Aufzugsbereich vorliegt. Sobald mehrere Melder auslösen, Rauch in den Vorraum gelangt oder die Energieversorgung gefährdet ist, gilt das Ereignis als kritisch. In diesem Fall beendet die Steuerung den Betrieb sofort und führt die Brandfallfahrt aus.

Welche technischen und baulichen Ansprüche stellt die VDI 6017?

Damit die Brandfallsteuerung zuverlässig arbeitet, müssen Technik und Gebäude exakt aufeinander abgestimmt sein. Die VDI 6017 verlangt daher klare Vorgaben für die Brandmeldeanlage, die Energieversorgung sowie die Schnittstellen zwischen den Systemen. Die Brandmeldung muss ohne Verzögerung an die Aufzugssteuerung übertragen werden. Dafür werden definierte Verbindungen genutzt, die auch bei Störungen sicher funktionieren.

Zusätzlich muss die Stromversorgung so ausgelegt sein, dass der Aufzug im Brandfall seine Fahrt zur sicheren Haltestelle abschließen kann. Falls eine Ersatzstromversorgung vorhanden ist, muss die Steuerung nach einem Umschalten stabil weiterarbeiten.

Welche baulichen Vorgaben sind zu beachten?

Neben der Technik spielt auch die Bauweise eine wichtige Rolle. Der Bereich vor dem Aufzug muss so gestaltet sein, dass Personen ihn im Brandfall sicher erreichen und verlassen können. Dazu gehört ein geschützter Vorraum, der von angrenzenden Bereichen getrennt ist und über eine Tür verfügt, die Rauch zurückhält.

Bauliches Element Vorgabe
Aufzugsvorraum Abgetrennt von angrenzenden Bereichen
Zugang Tür mit Schutz gegen Rauch
Lage Direkte Verbindung zu einem Treppenraum
Sicherer Bereich Aufenthalt ohne direkte Gefährdung möglich

Diese Vorgaben sorgen dafür, dass Personen den Aufzug sicher verlassen und einen geschützten Weg ins Freie erreichen.

Welche Prüfungen und Abläufe sind erforderlich?

Die Funktion der Brandfallsteuerung muss regelmäßig geprüft werden. Dabei wird getestet, ob der Aufzug nach einer Auslösung korrekt reagiert und die sichere Haltestelle anfährt. Auch die Reaktion auf Innen- und Außenrufe sowie die Türsteuerung werden kontrolliert.

Typische Prüfabläufe sind:

  • Auslösen der Brandfallsteuerung und Kontrolle der Fahrt
  • Prüfung der Türöffnung in der Zielhaltestelle
  • Kontrolle, dass keine weiteren Fahrten möglich sind
  • Test der Signalübertragung zwischen Brandmeldeanlage und Aufzug

Diese Prüfungen helfen, Fehler früh zu erkennen und den sicheren Betrieb dauerhaft sicherzustellen. GüDe Aufzugtechnik unterstützt Sie bei Wartung, Prüfung und Anpassung Ihrer Anlage. Jetzt unverbindlich beraten lassen!

Welche Auswirkungen hat die VDI 6017 auf Planung und Betrieb von Aufzügen?

Die VDI 6017 wirkt sich direkt auf die Planung von Aufzügen aus, da Sie das Brandschutzkonzept, die Gebäudestruktur und die Steuerung früh miteinander abstimmen müssen. Sie legt fest, wann ein Aufzug im Brandfall weiterläuft und wann er stillsteht. Dadurch entsteht ein enger Austausch zwischen Planern, Betreibern, Behörden und ausführenden Betrieben, damit alle Beteiligten dieselben Annahmen zur Gebäudenutzung und möglichen Brandverläufen treffen.

Für die Planung bedeutet das, dass Sie den Aufzug nicht isoliert betrachten. Stattdessen prüfen Sie früh, wie Rauch, Feuer und das Verhalten von Personen den Betrieb beeinflussen. Ebenso müssen Sie die Verbindung zwischen Brandmeldeanlage und Aufzugssteuerung klar definieren und dokumentieren.

Aufgaben für Betreiber im laufenden Betrieb

Auch im Betrieb ergeben sich klare Pflichten für Sie als Betreiber. Die Richtlinie verlangt eine objektspezifische Gefahrenanalyse sowie einen Ausfallplan, etwa bei Störungen der Brandmeldeanlage. Zusätzlich müssen Sie regelmäßige Prüfungen und Funktionskontrollen durchführen, damit alle Abläufe im Ernstfall wie vorgesehen greifen.

Eine klare Organisation im Betrieb ist daher notwendig. Dazu zählen unter anderem:

  • Erstellung und Pflege einer Gefahrenanalyse für Ihr Gebäude
  • Festlegung klarer Abläufe für den Brandfall, etwa Evakuierungsprozesse
  • Regelmäßige Prüfung der Brandfallsteuerung und aller Schnittstellen
  • Dokumentation aller Abläufe und Einstellungen
Wichtig für Betreiber: Fehlt die Abstimmung zwischen Gebäudetechnik und Aufzug, kann die Anlage im Brandfall falsch reagieren oder zu früh stillstehen. Klare Abläufe und regelmäßige Prüfungen vermeiden solche Risiken.

Anpassungen bei bestehenden Aufzugsanlagen

Bei bestehenden Anlagen zeigt sich der Einfluss der VDI 6017 vor allem bei Umbauten oder neuen Nutzungen. Sobald sich die Nutzung eines Gebäudes ändert oder eine Brandmeldeanlage ergänzt wird, sollten Sie prüfen, ob die vorhandene Steuerung noch zum Brandschutzkonzept passt.

Wann ist die VDI 6017 bei bestehenden Aufzugsanlagen relevant?

  • Nachrüstung einer Brandmeldeanlage im Gebäude
  • Umnutzung von Büroflächen zu Pflege- oder Gesundheitsbereichen
  • Erneuerung der Aufzugssteuerung
  • Erweiterung der Nutzung mit höherer Personenzahl

GüDe Aufzugtechnik unterstützt Sie dabei, bestehende Anlagen zu prüfen und an neue Vorgaben anzupassen. So stellen Sie sicher, dass Ihr Aufzug im Brandfall zuverlässig reagiert und sich in Ihr Brandschutzkonzept einfügt.

Fazit: VDI 6017 sicher umsetzen und Aufzüge normgerecht betreiben

Die VDI 6017 gibt klare Vorgaben für den sicheren Betrieb von Aufzügen im Brandfall. Wenn Sie Planung, Technik und Betrieb früh abstimmen, vermeiden Sie Fehler und schaffen klare Abläufe für den Ernstfall.

Eine saubere Umsetzung schützt Menschen im Gebäude und sorgt dafür, dass Ihr Aufzug zuverlässig reagiert. GüDe Aufzugtechnik begleitet Sie von der Planung bis zur Wartung und unterstützt Sie bei der Umsetzung der Richtlinie.

Lassen Sie sich jetzt unverbindlich beraten.

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VDI 6017 – Häufige Fragen und Antworten

Was ist die VDI 6017 einfach erklärt?

Die VDI 6017 ist eine technische Richtlinie, die beschreibt, wie Aufzüge im Brandfall reagieren sollen. Sie legt fest, wie die Steuerung dafür sorgt, dass Personen den Aufzug sicher verlassen können oder nicht in gefährdete Bereiche gelangen. Der Fokus liegt darauf, den Aufzug gezielt aus dem Gefahrenbereich zu führen und klare Abläufe für den Ernstfall zu schaffen.

Warum darf man einen Aufzug im Brandfall oft nicht benutzen?

Ein Aufzug kann im Brandfall zur Gefahr werden, da Rauch in den Schacht eindringen oder die Stromversorgung ausfallen kann. Dadurch besteht das Risiko, dass Personen eingeschlossen werden oder in ein betroffenes Geschoss fahren. Aus diesem Grund finden Sie in vielen Gebäuden den Hinweis, den Aufzug im Brandfall nicht zu benutzen.

Was ist ein Evakuierungsaufzug nach VDI 6017?

Ein Evakuierungsaufzug ist ein Aufzug, der gezielt für die Nutzung im Brandfall vorgesehen ist. Er unterscheidet sich von einem Standardaufzug durch besondere Sicherheitskonzepte und eine angepasste Betriebsweise. Die genauen Vorgaben für diese Aufzüge finden Sie jedoch in eigenen Regelwerken und nicht direkt in der VDI 6017.

Wann kann ein Aufzug im Brandfall weiter genutzt werden?

Ein Aufzug kann weiter genutzt werden, wenn ein Brandereignis als unkritisch eingestuft wird und alle technischen Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu zählen eine funktionierende Brandmeldeanlage sowie eine abgestimmte Steuerung, die auf das Gebäude abgestimmt ist. Die Entscheidung hängt immer von der konkreten Bewertung der Situation im Gebäude ab.

Ist die VDI 6017 verpflichtend für mein Gebäude?

Die VDI 6017 ist keine gesetzliche Vorschrift, sondern eine anerkannte technische Richtlinie. Sie dient als Orientierung für Planung und Betrieb und wird häufig bei Genehmigungen und Prüfungen herangezogen. Wenn Sie die Vorgaben einhalten, zeigen Sie, dass Ihr Aufzug nach dem Stand der Technik betrieben wird.

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