Rauch im Aufzugsschacht kann im Ernstfall zur tödlichen Gefahr werden: sowohl für die Fahrgäste als auch für angrenzende Bereiche und Fluchtwege. Daher ist die Wahl eines geeigneten Entrauchungssystems sehr wichtig. Es stehen verschiedene technische Lösungen zur Verfügung, die zugleich den Brandschutz- und Energievorgaben entsprechen müssen.
Aufzugsschachtentrauchung – Das Wichtigste in Kürze
- Eine Aufzugsschachtentrauchung leitet Rauch im Brandfall gezielt nach außen und schützt so Personen, Fluchtwege und die Aufzugstechnik.
- Für Planung und Einbau von Aufzugsschachtentrauchungen gelten verschiedene Regelwerke wie DIN 18232, EN 81-20 oder die Landesbauordnungen.
- Im Neubau dürfen dauerhafte Schachtöffnungen bei Aufzügen nicht mehr bestehen, im Bestand lassen sich regelbare Klappen technisch nachrüsten.
- GüDe Aufzugtechnik bietet Planung, Einbau, Nachrüstung und Wartung geprüfter Entrauchungssysteme für unterschiedliche Gebäudetypen.
Was ist eine Aufzugsschachtentrauchung?
Eine Aufzugsschachtentrauchung ist eine sicherheitsrelevante Einrichtung, die Rauch aus dem Aufzugsschacht ableitet. Sie kommt im Brandfall oder bei sonstiger Rauchentwicklung zum Einsatz und schützt damit sowohl Menschen im Gebäude als auch die Aufzugstechnik. Der Rauch wird über eine Öffnung im oberen Bereich des Schachts ins Freie geleitet. So kommt es nicht zu einer gefährlichen Rauchausbreitung auf andere Etagen.
Wichtig ist die Abgrenzung zur Entlüftung:
Die Entrauchung des Aufzugsschachts bezieht sich auf die Funktion des Aufzugsystems im Falle von Rauchentwicklung. Die Entlüftung hingegen sorgt im Normalbetrieb für einen gewissen Luftaustausch im Schacht.
Ein funktionierendes Entrauchungssystem kann Leben retten:
- Rauch wird gezielt nach außen abgeleitet
- Fluchtwege und Rettungsbereiche bleiben frei
- Aufzugsschächte lassen sich schneller räumen
- Die Feuerwehr kann sicherer eingreifen
Im Brandfall steigt Rauch durch den sogenannten Kamineffekt rasch nach oben. Bleibt er im Schacht, entsteht auch für andere Etagen eine tödliche Gefahr. Die Entrauchung schützt hier vor schlimmeren Folgen.
Gesetzliche Vorgaben und technische Regeln zur Entrauchung
Die Entrauchung von Aufzugsschächten ist in mehreren Richtlinien und Gesetzen festgelegt. Je nach Bundesland, Gebäudetyp und Baujahr gelten unterschiedliche Vorgaben. Ziel ist es stets, den Rauch im Ernstfall sicher und zügig aus dem Schacht abzuleiten.
Normen und Richtlinien zur Entrauchung vom Aufzug
Mehrere Gesetze und Vorgaben sind bei der Entrauchung von Relevanz. Zu beachten sind vor allem:
- DIN 18232: legt Grundlagen für Rauch- und Wärmefreihaltung fest
- MLAR (Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie): enthält Vorgaben zur Führung technischer Anlagen
- LBO (Landesbauordnungen): definieren länderspezifisch, wann und wie zu entrauchen ist
- DIN EN 81-20: beschreibt Sicherheitsregeln für die Konstruktion von Aufzügen
- EnEV (Energieeinsparverordnung): fordert luftdichte Gebäudehüllen
Diese Vorschriften zur Aufzug-Entrauchung geben unter anderem vor:
- wie groß eine Entrauchungsöffnung sein muss
- wie schnell sie sich im Brandfall öffnen muss
- wie luftdicht ein Gebäude im Normalbetrieb sein soll
Die Normen und Richtlinien definieren, wann und in welcher Form eine Entrauchungsöffnung im Aufzugsschacht notwendig ist. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Vorgaben im Vergleich.
| Regelwerk | Vorgaben für Aufzugsschachtentrauchung | Zweck / Anwendungsbereich |
| DIN 18232 | Mindestfläche ≥ 2,5 % der Schachtgrundfläche oder ≥ 0,1 m² |
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| EN 81-20 | Gefahrenanalyse erforderlich |
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| MLAR | Brandschutzgerechte Führung von Leitungen im Schacht gefordert |
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| LBO (je Bundesland) | Entrauchung vorgeschrieben bei bestimmten Gebäuden |
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| EnEV / GEG | Luftdichte Gebäudehülle zwingend |
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Die Normen EN 81-1 und EN 81-2 sind seit 2017 nicht mehr gültig. Bei Planung und Bewertung von Entrauchungssystemen sind heute die EN 81-20 sowie die DIN 18232 maßgeblich.
Unterschiede im Neubau und Bestand
Im Neubau sind dichte Gebäudehüllen Pflicht. Dauerhafte Öffnungen im Aufzugsschacht sind nicht mehr zulässig. Eine Entrauchung darf daher nur im Brandfall aktiv sein. Kontrollierte Systeme mit automatischer Öffnung sind hier oft die einzige wirtschaftlich tragfähige Variante.
Im Bestand sind häufig noch offene Schachtöffnungen vorhanden. Diese gelten als energetisches Leck und sind gerade in Neubauten nicht mehr zulässig. Eine Nachrüstung mit regelbaren Klappen ist technisch gut möglich und wird teilweise staatlich gefördert.
Permanente Öffnungen widersprechen heute der EnEV. Entrauchungsanlagen müssen gesetzliche Brandschutzregeln einhalten und dabei gleichzeitig energieeffizient arbeiten. Die richtige Technik verbindet beides.
Technische Systeme zur Entrauchung von Aufzugsschächten
Bei der Entrauchung von Aufzugsschächten kommen verschiedene technische Systeme zum Einsatz. Sie unterscheiden sich in ihrer Bauweise, Funktionsweise und Auslösetechnik, erfüllen aber stets dieselbe Aufgabe: Rauch und heiße Gase aus dem Schacht gezielt abzuleiten, ohne Energieverluste im Normalbetrieb zu verursachen.
Aufzugsschachtentrauchungen bestehen aus mehreren Komponenten, die aufeinander abgestimmt arbeiten. Dazu zählen:
- Rauch- oder Wärmemelder zur automatischen Auslösung
- Steuerzentralen zur Weiterleitung des Signals
- Lüftungsklappen oder Fensterantriebe, die sich elektrisch öffnen
- Taster zur manuellen Auslösung, meist im Eingangsbereich oder nahe des Schachtes
Was sind Grundtypen der Entrauchung?
- Permanente Öffnungen: früher üblich, heute aus energetischen Gründen nicht mehr zulässig
- Geregelte (kontrollierte) Öffnungen: öffnen sich nur im Brandfall
- Maschinelle Entrauchung: kombiniert Öffnungen mit Ventilatoren zur Rauchabführung
| Auslöseart | Auslösung | Einsatzbereich / Vorteil |
| Automatisch | Aktivierung über Rauch- oder Wärmemelder im Schacht | Frühzeitige Reaktion ohne manuelles Eingreifen, wichtig bei unbemerktem Brandausbruch |
| Manuell | Auslösung per Drucktaster, meist mit Schutzklappe, z. B. im Treppenraum | Einsatz durch geschultes Personal oder Feuerwehr, auch unabhängig von technischen Meldern möglich |
| Kombiniert | Kombination aus automatischer und manueller Auslösung | Höhere Betriebssicherheit durch Redundanz, entspricht häufig den Vorgaben für Sonderbauten oder öffentliche Gebäude |
GüDe Aufzugtechnik verbaut herstellerunabhängig geprüfte Entrauchungssysteme für unterschiedliche Gebäudetypen. Auch Sonderentrauchungen, etwa für niedrige Schächte oder Aufzüge ohne Schachtkopf, lassen sich technisch umsetzen. Wir prüfen, welches System für Ihre Anlage infrage kommt.
Probleme und Risiken bei offener Schachtlüftung
Viele ältere Aufzüge verfügen über dauerhaft geöffnete Schachtöffnungen, um einen natürlichen Luftaustausch zu ermöglichen. Diese Praxis bei der Aufzugsschachtentrauchung gilt heute als technisch überholt und rechtlich bedenklich. Denn sie verursacht vermeidbare Energieverluste, erhöht die Betriebskosten und verschlechtert die Bilanz im Energieausweis.
Was sind Nachteile offener Schachtöffnungen?
- Wärmeverlust durch den sogenannten Kamineffekt
- Zugluft in angrenzenden Räumen oder Fluren
- Druckschwankungen in lüftungstechnisch geregelten Gebäuden
- Fehlender Brandschutz: kein gezielter Rauchabzug im Aufzug möglich
Vor allem im Winter führt die unkontrollierte Öffnung dazu, dass beheizte Raumluft über den Schacht nach außen entweicht. Die Folge: Höherer Energieverbrauch, Zuglufterscheinungen und spürbare Kostensteigerungen.

Sichere Aufzugsschachtentrauchung durch GüDe Aufzugtechnik
Entrauchungsanlagen müssen fachgerecht geplant und installiert und auch regelmäßig geprüft und instand gehalten werden. Der Betreiber einer Aufzugsanlage ist laut Betriebssicherheitsverordnung (§ 10 BetrSichV) dazu verpflichtet, alle sicherheitsrelevanten Einrichtungen regelmäßig zu kontrollieren. Dazu gehört auch die Schachtentrauchung vom Aufzug.
Welche Prüf- und Wartungspflichten bestehen bei der Aufzugsschachtentrauchung?
- Sichtprüfung und Funktionskontrolle der Öffnungseinheiten
- Prüfung der manuellen und automatischen Auslösung
- Dokumentation aller Prüfschritte und Wartungsintervalle
- Kontrolle auf bauliche Veränderungen im Schachtbereich
Vor allem bei älteren Anlagen ist die Nachrüstung einer geregelten Aufzugsschachtentrauchung sowohl aus sicherheitstechnischer als auch aus energetischer Sicht sinnvoll. GüDe bietet passende Systeme, die sich mit vorhandenen Aufzügen unterschiedlicher Hersteller kombinieren lassen. Auch geringe Schachthöhen oder nachträglich gedämmte Dachflächen werden bei der Planung berücksichtigt.
Leistungen von GüDe
✔ Zustandsanalyse bestehender Systeme
✔ Empfehlung geeigneter Nachrüstungen
✔ Koordination mit Brandschutzplanern oder Behörden
✔ Lieferung, Montage und Inbetriebnahme
✔ Einweisung vor Ort und technische Dokumentation
GüDe Aufzugtechnik begleitet Betreiber, Architekturbüros und Verwaltungen durch den gesamten Prozess von der Bestandsaufnahme über die Planung bis zur fertigen Abnahme. Auch für die wiederkehrende Prüfung und Wartung steht Ihnen unser Serviceteam zur Verfügung.
Fazit: Aufzugsschachtentrauchung mit GüDe als Partner richtig planen
Die Entrauchung von Aufzugsschächten ist ein sicherheitsrelevanter Bestandteil der Gebäudetechnik. Sie sorgt dafür, dass Rauch im Brandfall gezielt abgeführt wird und schützt damit Personen, Sachwerte und Fluchtwege. Gleichzeitig trägt sie, vorausgesetzt es handelt sich um eine Entrauchung mit kontrollierter Öffnung, zur Energieeinsparung bei.
GüDe Aufzugtechnik bietet Ihnen:
- Fachgerechte Beratung und Planung, unabhängig vom Aufzugstyp
- Nachrüstungen für Altanlagen, technisch und baulich abgestimmt
- Wartung und Instandhaltung bestehender Systeme, auch herstellerfremd
- Unterstützung bei TÜV-Prüfungen und Abstimmungen mit Behörden
Setzen Sie auf über 30 Jahre Erfahrung und mehr als 2.000 betreute Anlagen im gesamten Bundesgebiet. Lassen Sie sich jetzt unverbindlich beraten!
Aufzugsschachtentrauchung – Häufige Fragen und Antworten
Wann ist eine Aufzugsschachtentrauchung gesetzlich vorgeschrieben?
Die Entrauchung ist immer dann vorgeschrieben, wenn sie im Brandschutzkonzept des Gebäudes oder in der jeweiligen Landesbauordnung vorgesehen ist, etwa bei mehrgeschossigen Bauten, öffentlichen Einrichtungen oder Sonderbauten. Maßgeblich sind unter anderem die DIN 18232, die Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) sowie die EN 81-20.
Was ist der Unterschied zwischen Entrauchung und Entlüftung im Aufzugsschacht?
Die Aufzugsschacht-Entlüftung sorgt im Normalbetrieb für einen gewissen Luftaustausch im Schacht, etwa zur Temperaturregulierung oder Feuchteabfuhr. Die Entrauchung hingegen wird ausschließlich im Brandfall aktiviert, um Rauch und heiße Gase gezielt nach außen abzuleiten.
Welche Systeme zur Entrauchung gibt es und wie funktionieren sie?
Es gibt permanente Öffnungen, geregelte Öffnungen mit Klappensteuerung und maschinelle Entrauchungen mit Ventilatoren. Geregelt betriebene Systeme öffnen sich nur im Brandfall, entweder automatisch über Rauchmelder oder manuell über einen Taster.
Wie kann ich Energieverluste durch offene Schachtöffnungen vermeiden?
Offene Schachtlüftungen führen dazu, dass warme Raumluft unkontrolliert über den Schacht entweicht, was die Energiebilanz des Gebäudes verschlechtert. Eine nachrüstbare, luftdichte Entrauchungsklappe mit automatischer Öffnung im Brandfall verhindert diese Verluste zuverlässig.
Wie unterstützt mich GüDe bei Planung, Einbau und Wartung einer Aufzugsschachtentrauchung?
GüDe übernimmt die Bestandsaufnahme vor Ort, plant passende Systeme und koordiniert den fachgerechten Einbau inklusive Prüfung, Dokumentation und Einweisung. Auch die regelmäßige Wartung, die Unterstützung bei TÜV-Prüfungen und die Abstimmung mit Behörden gehören zum Service.
Kann eine Aufzugsschachtentrauchung auch in älteren Gebäuden nachgerüstet werden?
Ja, GüDe bietet geprüfte Nachrüstsysteme, die sich in vorhandene Aufzugsanlagen auch bei geringen Schachthöhen oder bereits gedämmten Dachflächen integrieren lassen. Dabei werden technische, energetische und rechtliche Vorgaben gleichermaßen beachtet.
