Aufzugsplanung: So gelingt sie in 6 einfachen Schritten

Christoph Derwanz

Geschäftsführer

Inhalt

Ein Aufzug funktioniert nur dann reibungslos, wenn er von Anfang an richtig geplant wird, denn Förderhöhe, Traglast, Türsysteme und Kabinengröße beeinflussen die Bauausführung. Je früher diese Punkte der Aufzugsplanung geklärt sind, desto einfacher lässt sich der Aufzug ohne Kompromisse bei Sicherheit und Technik in das Gebäude integrieren.

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Aufzugsplanung – Das Wichtigste in Kürze

  • Eine durchdachte Aufzugsplanung legt frühzeitig fest, wie groß Kabine, Türen und Traglast sein müssen. So wird der Aufzug sicher und nutzbar.
  • Technische Vorgaben wie Traglast, Förderhöhe, Kabinenmaß und Türsystem müssen früh in der Aufzugsplanung festgelegt werden.
  • Normen wie DIN EN 81-20, 81-21 oder 81-70 regeln die Technik, Barrierefreiheit und Sicherheit von Personen- und Lastenaufzügen.
  • GüDe Aufzugtechnik begleitet Sie von der Bedarfsklärung bis zur Abnahme von Aufzügen, inklusive Beratung, Koordination und Wartung.

Die 6 Schritte der Aufzugsplanung: von der Idee bis zur Ausführung

Eine durchdachte Aufzugsplanung verläuft in mehreren klaren Schritten. Jeder dieser Schritte ist wichtig, um später einen sicheren, passenden und wirtschaftlich sinnvollen Aufzug betreiben zu können. Wenn Sie frühzeitig planen und auf Fachwissen setzen, sparen Sie Zeit, Geld und Nerven.

Diese Schritte führen zu einer sicheren und passgenauen Aufzugsanlage:

  • Nutzungszweck festlegen: Wer fährt mit und was wird transportiert?
  • Aufzugstyp bestimmen: Welche Bauart passt zu Ihrem Gebäude?
  • Technische Rahmen setzen: Traglast, Förderhöhe, Kabine und Türen planen
  • Integration im Baukörper: Aufzugsschacht und Platzbedarf im Grundriss beachten
  • Fachgewerke abstimmen: Wer bringt welche Informationen wann ein?
  • Umsetzung vorbereiten: Baukoordination, Einbau und Projektbegleitung planen

1) Bedarf klären: Wer nutzt den Aufzug und wofür?

Jede Aufzugsplanung beginnt mit der Frage, was der Aufzug leisten soll. Dabei muss geklärt werden, ob Personen, Güter oder Fahrzeuge transportiert werden sollen und wie häufig der Aufzug genutzt wird. Auch wie viele Haltestellen erforderlich sind und welche Personen ihn erreichen können sollen, muss geklärt sein.

Für ein Altenheim braucht es eine andere Kabinengröße als für ein Autohaus. Ein Krankenhausaufzug muss Betten aufnehmen können. In einem Verwaltungsgebäude wiederum sind andere Türsysteme sinnvoll als in einer Lagerhalle.

Das sind mögliche Kriterien für die Bedarfsanalyse:

  • Nutzung durch Personen, Lasten, Autos oder Betten
  • Häufigkeit der Fahrten und Zahl der Nutzer
  • Geplante Förderhöhe und Anzahl der Etagen
  • Vorgaben zu Barrierefreiheit und Zugänglichkeit

2) Aufzug auswählen: Die passende Aufzugsart für Ihr Gebäude

Je nach Zweck, Einbauort und Umfeld kommen verschiedene Aufzugsarten infrage, etwa klassische Personenaufzüge bis hin zu Sonderausführungen für Außenfassaden, Panoramaschächte oder Autotransporte.

Wichtig ist, dass Technik, Traglast und Design zum Gebäude passen. Auch die Frage, wie viel Raum zur Verfügung steht, spielt hier mit rein.

Typische Aufzugsarten im Überblick:

Lassen Sie sich bei der Auswahl der passenden Variante auch mit Blick auf Wartung, Aufzug-Kosten und Gestaltungsmöglichkeiten beraten.

3) Schacht und Traglast planen: Förderhöhe, Kabinengröße, Türsysteme

Im dritten Schritt geht es um technische Details: Wie groß darf der Aufzug sein? Welche Förderhöhe muss er überwinden? Wie schwer darf die Ladung maximal sein? Und welches Türsystem ist sinnvoll?

Schon kleine Planungsfehler in diesem Bereich können später zu teuren Umbauten führen. Deshalb lohnt es sich, diese Fragen frühzeitig zu klären.

Wichtige technische Aspekte:

  • Förderhöhe
  • Traglast und Personenanzahl
  • Kabinenmaß nach DIN-Normen
  • Türarten (seitlich oder mittig öffnend)
  • Einbaulage im Gebäude (innen oder außen)

4) Aufzug im Grundriss verankern: Zeichnungen und Planungsdetails

Ein Aufzug ist ein fester Bestandteil des Gebäudes. Deshalb muss der Aufzug im Grundriss im Detail frühzeitig eingeplant werden. Neben dem Schacht selbst braucht es Platz für Türöffnungen, Technikräume und Wartungsbereiche.

Aufzug zeichnen: Planungspunkte im Grundriss:

  • Einfügen des Aufzug-Aufbaus in Baupläne und Schnitte
  • Platzbedarf für Schacht, Antrieb und Türen
  • Bewegungsflächen vor dem Aufzug
  • Anbindung an Flure, Eingänge oder Parkbereiche

So sieht eine Aufzug-Planzeichnung von GüDe aus:

5) Fachplanung abstimmen: Wer liefert wann welche Informationen?

Ein Aufzug betrifft viele Gewerke. Deshalb ist es wichtig, alle Beteiligten frühzeitig zusammenzubringen: Architekten, TGA-Planung, Statik, Elektro, Brandschutz und Barrierefreiheit.

Typische Beteiligte im Planungsprozess:

  • Architektur und Bauleitung
  • Technische Gebäudeausrüstung (TGA)
  • Elektroplanung
  • Statik und Tragwerksplanung
  • Brandschutz und Fluchtwege

6) Ausführung vorbereiten: Vergabe, Montage und Koordination der Gewerke

Ist die Planung abgeschlossen, beginnt die Umsetzung. Jetzt geht es darum, den richtigen Zeitpunkt für die Lieferung und Montage zu finden. Auch die Koordination auf der Baustelle will gut organisiert sein.

GüDe übernimmt die Ausführung als erfahrener Hersteller mit eigenen Montageteams selbst. Wir sorgen für eine zügige und saubere Umsetzung, die sich in Ihren Bauzeitenplan einfügt.

Unsere Leistungen in der Ausführung:

  • Herstellung und Lieferung des Aufzugs
  • Einbau und Inbetriebnahme durch GüDe-Monteure
  • Koordination mit anderen Gewerken
  • Begleitung bis zur Abnahme und TÜV-Prüfung
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Was sind technische, rechtliche und räumliche Vorgaben bei der Aufzugsplanung?

Aufzüge müssen eine Reihe von Vorschriften erfüllen. Viele davon sind gesetzlich festgelegt und gelten sowohl im Neubau als auch im Bestandsgebäude. Schaffen Sie frühzeitig Klarheit und vermeiden Sie so teure Umplanungen und Verzögerungen im Bauablauf.

Aufzugsplanung: Technische Vorgaben

Die wichtigsten technischen Vorgaben betreffen den Aufzugsschacht, die Zugänge und die Steuerung. Der Schacht muss so ausgelegt sein, dass ausreichend Platz für Kabine, Gegengewicht und Sicherheitsräume vorhanden ist. Die Zugänge müssen gut erreichbar sein und mit den vorgesehenen Türsystemen übereinstimmen. Die Steuerung wiederum ist so einzurichten, dass sie sicher funktioniert und den geltenden Normen entspricht.

Auch die Größe der Kabine, die Anordnung der Türen und die Einbauhöhe spielen eine Rolle. Eine zu kleine Kabine kann die Barrierefreiheit einschränken, die Türanordnung beeinflusst den Zugang zu angrenzenden Räumen, und die Einbauhöhe ist entscheidend für den Anschluss an die Geschosse.

Bei öffentlichen Gebäuden gilt zusätzlich die Pflicht zur Barrierefreiheit. Diese ist in der Norm DIN EN 81-70 geregelt. Sie schreibt unter anderem Aufzug-Mindestmaße, gut erreichbare Bedienelemente und Sprachansagen für Aufzüge vor.

Aufzugsplanung: Rechtliche Normen

Die Normen DIN EN 81-20 und DIN EN 81-50 bilden die Grundlage für die Konstruktion und Prüfung von Personen- und Lastenaufzügen. Sie beschreiben zum Beispiel Sicherheitsabstände, Schutzräume und technische Vorgaben für Bauteile. Für Gebäude, in denen nachträglich ein Aufzug eingebaut wird, etwa bei Sanierungen, gilt ergänzend die Norm DIN EN 81-21. Diese erlaubt technische Abweichungen, wenn der Platz begrenzt ist.

Für den Betrieb von Aufzügen ist die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) maßgeblich. Sie legt die Pflichten von Betreibern fest, etwa zur regelmäßigen Wartung oder zur Gefährdungsbeurteilung. Zusätzlich muss jeder Aufzug über ein Notrufsystem mit Zwei-Wege-Kommunikation verfügen. Dies ist geregelt in der DIN EN 81-28. Für alle Anlagen, die nicht unter die europäische Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU fallen, gilt die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.

Vorgabe Inhalt Relevanz für Ihre Aufzugsplanung
DIN EN 81-20 Sicherheits- und Konstruktionsregeln für Personen- und Lastenaufzüge Regelt Maße, Türöffnungen, Schutzräume und Sicherheitsabstände
DIN EN 81-50 Prüfgrundlagen für mechanische und elektrische Bauteile Grundlage für technische Nachweise und Abnahmeprüfungen
DIN EN 81-70 Vorgaben für barrierefreie Aufzüge Vorschriften zu Kabinengröße, Bedienelementen, Ansagen und Sichtfeldern
DIN EN 81-21 Aufzüge in bestehenden Gebäuden Gilt bei nachträglichem Einbau, z. B. bei beengten Platzverhältnissen
DIN EN 81-28 Notrufsysteme in Personen- und Lastenaufzügen Regelung zur Zwei-Wege-Kommunikation und Notrufweiterleitung
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln Legt Betreiberpflichten, Wartungsintervalle und Gefährdungsbeurteilungen fest
Maschinenrichtlinie 2006/42/EG EU-Richtlinie für das Inverkehrbringen von Maschinen Gilt für Anlagen, die nicht unter die Aufzugsrichtlinie fallen
Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU Europäische Richtlinie für neue Aufzugsanlagen Grundlage für CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung

Aufzugsplanung: Räumliche Bedingungen

Auch die räumlichen Bedingungen müssen frühzeitig geprüft werden: Wie groß ist der Schacht? Wo befindet sich der Maschinenraum oder wird ein maschinenraumloser Aufzug benötigt? Welche Art von Türen ist geeignet: in der Mitte öffnend oder seitlich? Sind die Türen bündig zur Wand oder in eine Nische eingebaut?

Darauf sollten Sie beim Aufzug-Grundriss achten:

  • Ausreichend Platz für Schachtkopf und Schachtgrube
  • Aufzugstür im Detail mit Bewegungsflächen vor dem Aufzug
  • Gute Erreichbarkeit für Wartung und Notdienst
  • Barrierefreier Zugang ohne Schwellen oder Stufen

Praktische Tipps für eine gelungene Aufzugsplanung

Eine gute Planung entscheidet darüber, wie sicher und nutzbar ein Aufzug später ist. Mit den folgenden Tipps schaffen Sie frühzeitig Klarheit und vermeiden teure Umwege im Bauablauf.

  • Traglast und Kabinengröße früh klären: Legen Sie fest, wie viele Personen oder welche Lasten transportiert werden sollen. So vermeiden Sie spätere Einschränkungen.
  • Technikräume und Flächen einplanen: Reservieren Sie im Grundriss Platz für Schacht, Antrieb und Wartungsbereiche, damit es später keine Umbauten gibt.
  • Aufzugsart passend zum Gebäude wählen: Prüfen Sie, ob ein Personen-, Lasten- oder Bettenaufzug erforderlich ist, und stimmen Sie die Bauart darauf ab.
  • Gewerke rechtzeitig abstimmen: Beziehen Sie Architektur, Statik, Brandschutz und TGA-Planung frühzeitig ein, um Reibungsverluste auf der Baustelle zu vermeiden.
  • Fachwissen nutzen: Holen Sie erfahrene Aufzugsplaner oder Hersteller direkt zu Beginn ins Projekt, damit die Anlage technisch und wirtschaftlich passt.
Gute Planung rechnet sich doppelt!
Wenn Sie frühzeitig planen, sparen Sie sowohl Geld als auch Zeit und Nerven. GüDe begleitet Sie bei jedem Schritt von der Bedarfsklärung bis zur TÜV-Abnahme. So wird Ihr Aufzug genau so, wie Sie ihn brauchen.

Aufzugsplanung mit GüDe: Ihr Partner für sichere Aufzüge

GüDe Aufzugtechnik begleitet Sie von der ersten Idee bis zur fertigen Anlage und darüber hinaus. Wir planen Aufzüge für Neubauten, Umbauten und Modernisierungen. Sie erhalten von uns ein durchdachtes Konzept, das zu Ihrem Gebäude, Ihren Zielen und Ihren finanziellen Vorgaben passt.

So unterstützt GüDe Sie bei der Aufzugsplanung:

  • Beratung und Entwurf: Wir klären mit Ihnen, welche Kabinengröße, Traglast und Technik für Ihr Projekt sinnvoll sind.
  • Koordination aller Gewerke: Wir stimmen uns mit Architekten, TGA-Planern und anderen Beteiligten ab.
  • Umsetzung aus einer Hand: Von der Lieferung bis zur Endmontage. Wir begleiten Sie Schritt für Schritt.
  • TÜV und Sicherheit: Wir übernehmen die Begleitung der Hauptprüfung und erstellen bei Bedarf eine Gefährdungsbeurteilung.
  • Wartungskonzept inklusive: Schon bei der Planung denken wir an langfristige Zuverlässigkeit über viele Jahre hinweg.
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Aufzugsplanung – Häufige Fragen und Antworten

Wie läuft die Aufzugsplanung bei einem Neubau ab?

Die Planung beginnt mit einer klaren Bedarfsklärung: Wer nutzt den Aufzug, welche Förderhöhe ist geplant und wie viele Haltestellen sind vorgesehen? Danach folgen Auswahl der Aufzugsart, technische Auslegung, Integration in die Grundrisse, Abstimmung mit Fachplanenden und die Vorbereitung der Ausführung.

Welche Aufzugsarten eignen sich für verschiedene Gebäudetypen?

In Wohnhäusern und Bürogebäuden werden überwiegend Personenaufzüge eingesetzt, in Krankenhäusern sind Bettenaufzüge mit größeren Kabinen erforderlich. Für Industrie, Handel oder Logistik kommen meist Lastenaufzüge zum Einsatz. Darüber hinaus gibt es Sonderausführungen wie Autoaufzüge oder Panoramalifte.

Welche Maße braucht ein Aufzugsschacht in der Planung?

Die Abmessungen hängen von Traglast, Kabinengröße, Türsystem und den einschlägigen Normen ab. Für Neubauten gilt in der Regel die DIN EN 81-20, für Bestandsgebäude die DIN EN 81-21. Eine frühzeitige Planung stellt sicher, dass der verfügbare Raum optimal genutzt wird.

Wann sollte ich mit der Aufzugsplanung beginnen?

Idealerweise wird der Aufzug direkt zu Beginn eines Bau- oder Sanierungsprojekts eingeplant, noch bevor der Grundriss finalisiert ist. So lassen sich Förderhöhe, Platzbedarf und technische Vorgaben optimal in die Gesamtplanung integrieren.

Ist eine nachträgliche Aufzugsplanung im Bestandsgebäude möglich?

Ja, auch in bestehenden Gebäuden können Aufzüge nachgerüstet werden, selbst bei engen Platzverhältnissen oder unter Denkmalschutzauflagen. Grundlage sind unter anderem die Vorgaben der DIN EN 81-21, die Ausnahmen bei Platzbedarf und Einbaumaßen zulassen.

Was muss bei der Schachtplanung technisch beachtet werden?

Wichtige Aspekte sind die Schachtgrube, der Schachtkopf, Türöffnungen, die Antriebstechnik sowie barrierefreie Zugänge. Zudem müssen die baulichen Gegebenheiten mit Statik, Brandschutz und der technischen Gebäudeausrüstung abgestimmt werden.

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